|
Deutsche Luxusfahrzeughersteller verdoppeln Absatz in China
Die Absatzzahlen der deutschen Luxusfahrzeughersteller in China sind weiter auf dem Höhenflug. Die BMW AG berichtete am Freitag von einem Verkaufsplus von gut 122% im Reich der Mitte, nachdem am Vortag bereits die Konkurrenten Mercedes-Benz und Audi ähnliche Wachstumsraten vermeldet hatten. Zum Jahresauftakt verkaufte BMW in China insgesamt 11.919 Fahrzeuge, ein Zuwachs von mehr als 122%. Mit 11.369 verkauften BMWs überschritt die Kernmarke erstmals die Grenze von 10.000 abgesetzten Einheiten in einem Monat. Erfolgreich war vor allem die 7er-Reihe (1.705 Einheiten/+102%.) Erfolgreichster Premiumhersteller in China bleibt aber auch zu Beginn des Jahres 2010 Audi. Die Volkswagen-Tochter konnte im Januar ihre dortigen Automobilverkäufe auf 16.798 Fahrzeuge mehr als verdoppeln. Die Daimler-Luxus-Tochter Mercedes-Benz steigerte im Vormonat ihren China-Absatz zwar um fast 150%, liegt mit 8,400 verkauften Fahrzeugen aber noch deutlich hinter den Konkurrenten aus Ingolstadt und München. Der Höhenflug in China, der unter anderem durch milliardenschwere staatliche Konjunkturprogramme angetrieben wird, ist nach Einschätzung von BMW noch nicht zu Ende: “Wir werden unseren Wachstumskurs auf dem chinesischen Markt im Jahr 2010 weiter fortsetzen. Trotz des bereits sehr starken Vorjahres wollen wir hier erneut im zweistelligen Prozentbereich zulegen”, sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson. 2009 hatte die Audi AG die Nase in China klar vorn. Zwar liegen die Ingolstädter beim weltweiten Absatz noch hinter den Wettbewerbern aus München und Stuttgart, im Reich der Mitte führen sie diese Rangfolge aber deutlich an. Audi verkaufte hier fast 160.000 (+32,9%) Fahrzeuge, BMW gut 90.500 (+37,5%) und Mercedes-Benz etwas mehr als 70.000 (+65%). Die geradezu explodierende Nachfrage im Reich der Mitte half den Autoherstellern in den vergangenen Monaten, die schwerste Branchenkrise seit dem zweiten Weltkrieg zu überstehen. China ist bei weitem der größte der so genannten BRIC-Staaten, in denen sich in den kommenden Jahren nach Einschätzung von Branchenexperten das Wachstum hauptsächlich abspielen wird. Neben China gehören dazu auch Russland, Brasilien und Indien. BMW kündigte erst im November an, die Kapazitäten auf dem wichtigen Zukunftsmarkt in China massiv auszuweiten. Gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner Brilliance Automotive soll ein zweites Werk am Standort Shenyang gebaut werden. Seit dem Jahr 2003 werden dort Fahrzeuge 3er-Reihe und die Langversion der 5er-Reihe produziert. Die Erweiterung der jährlichen Produktionskapazität auf 100.000 von 41.000 Einheiten lassen sich die Münchener 280 Mio Euro kosten. Theoretisch ist eine Ausweitung der Produktionskapazität auf 300.000 Einheiten möglich.
Quelle: Dow Jones
|